Meistertreffen nach über einem halben Jahrhundert beim TSV Ohlendorf

Ohlendorf. 25 ehemalige Fußballer des TSV Ohlendorf trafen sich im Sportheim nach über einem halben Jahrhundert zu einer Aufbereitung ihres in der Saison 1973/74 gewonnenen Kreismeistertitels in der Kreisliga des NFV Altkreis Salzgitter. „Wir haben den Titel genau zum 50jährigen Bestehen unseres Vereins gewonnen. Ich freue mich, dass ihr alle Erschienen seid“, sagte der Organisator des Treffens der ehemaligen Fußballer Hans-Jürgen „Amboß“ Beims zur Begrüßung seiner ehemaligen Mitspieler.
Die Blütezeit erlebten die Grün/Gelben in den 1970iger und Anfangs der 1980iger Jahre. Neben zwei Herrenfußballteams sorgte eine Frauenmannschaft im Handball auf Kreisebene für spektakuläre Spiele. Die 50-Jahrfeier wurde neben dem Meistertitel mit dem Werbespiel gegen den Tabellendritten der Amateuroberliga SV Union Salzgitter zu einem Erlebnis. Der Kreismeister unterlag dem hohen Favoriten aus der Südstadt mit 1:3 Toren.
In seiner Begrüßung gedachte der ehemalige Abwehrchef der bereits verstorbenen Mitglieder der ehemaligen Meisterelf und seiner Betreuer.
Geplant war der Meistertitel in der erfolgreichen Spielserie nicht. Mit den ehemaligen Trainern Ullli Hinze und Gerhard „Charly“ Grützmann wurde der Erfolg in der Kreisliga behutsam in drei Spielzeiten angestrebt. Bereits zwei Spieltage vor Ende der Spielserie 1973/74wurde mit einem 2:2 Remis im Nachbarschaftsderby beim TSV Beinum der Titel vor MTV Lichtenberg eingefahren. Die Tore für die Grün/Gelben Kanarienvögel aus dem Dorf am Landschutzgebiet Grüte erzielten Walter Koch und Peter Morzek. Bei diesem Remis war Torjäger Helmut Mrozek nicht anwesend. „Ich war in Augsburg auf Montage. Erst zum letzten Saisonspiel gegen Viktoria Heere (3:1) bin ich extra gekommen. Dabei war das Meisterfoto für die Presse in Beinum schon gemacht worden“, grämt sich der Knipser des TSV heute noch.
Die Garanten des Meistertitels waren jedoch Torhüter Ernst-Henning Stein und Freistoßspezialist Peter Mrozek. „Unsere Nummer Eins war eigentlich Handballer und kam als Nummer 2 aus der damaligen Kaderschmiede des vielfachen Deutschen Meister THW Kiel zu uns. Mit unglaublichen Reflexen war Henning Stein der Punktesammler schlechthin. Zudem hatten wir mit Peter Mrozek einen Freistoßschützen mit einer unglaublichen Präzession. Wenn nichts lief, half uns ein verwandelter Standard von Peter stets weiter“, erklärte der zweite Torhüter Gerd Brune.
Den Grundstein legte das Meisterteam mit dem 3:2 Erfolg beim direkten Verfolger MTV Lichtenberg. Der Goalgetter des MTV Rainer Matejasik scheiterte mit einem Elfmeter an Torhüter Stein. Der Ohlendorfer Knipser Helmut Mrozek hat heute noch die Szene vor Augen: „Rainer Matejasik war der Mann mit dem stärksten Hammer in der gesamten Liga. Das Geschoss fischte Stein mit einem Pantersprung aus dem Dreieck und sorgte für unseren Sieg.“
Kurios begann die Spielserie in der Bezirksklasse für den Aufsteiger. Im Heimspiel gegen FC Groß Döhren lag der Neuling mit 0:3 Toren zurück, als nach einer Ecke das Holztor zusammenbrach. Eine Reparatur gelang mit den vorhandenen Mitteln nicht. „In der Neuansetzung haben wird dann 2:1 gewonnen“, fiel Helmut Mrozek zu den Partien im neuen Umfeld ein.
Trotz des Neubaus einer Turnhalle direkt am Sportplatz in Eigenleistung folgte in den 1980iger Jahren der Rückzug der zweiten Mannschaft. Die erste Mannschaft rutschte aus der Bezirksklasse bis in die 1. Kreisklasse ab. Im neuen Jahrtausend zog sich der TSV wegen des personellen Rückstands gänzlich vom Fußball zurück. Im Niedersächsischen Fußballverband ist der TSV Ohlendorf noch Mitglied und hofft auf eine Belebung der Fußballabteilung.
Die Meisterelf des TSV aus der Spielserie 1973/74 spielte mit: Ernst-Henning Stein, Gerd Brune – Gerd Busse, Hans- Jürgen Leinemann, Hans-Jürgen Beims, Rüdiger „Roger“ Schmidt, Peter Mrozek, Walter Koch, Gerd Jäger, Hannes Cassel, Eberhard Horn, Helmut Mrozek, Heinz Dittmann, Georg Bormann, Ernst Behrens.
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