NFV Kreis Nordharz veranstaltete Workshop zum Thema „Kinderschutz – Trainerschutz“

Sexualisierte Gewalt ist leider auch im Fußball ein Thema. Aus diesem Grunde hat der Niedersächsische Fußballverband (NFV) verschiedene Ansätze gewählt, um in diesem sensiblen Themenfeld sowohl präventiv als auch interventiv agieren zu können sowie vor allem die Kinder und Jugendlichen, die einzig ihrem Hobby bzw. ihrer Leidenschaft nachgehen möchten, zu schützen. So wurde zum einen von der Arbeitsgruppe »Sexualisierte Gewalt« ein Fortbildungsmodul konzipiert, das Trainer, Betreuer und weitere Vereinsfunktionäre sensibilisieren und aufklären soll. Fußballspielen im Verein heißt, die körperliche und persönliche Entwicklung von Mädchen und Jungen zu unterstützen und ihr gesundes Selbstbewusstsein durch die Freude an Erfolgen und das Aushalten von Niederlagen zu fördern. Fußballspielen im Verein heißt aber auch, Fairness und Teamfähigkeit zu trainieren. Hierfür braucht es klare Regeln, nicht nur für das Spiel und das soziale Miteinander, sondern auch für das im Sport spezifische Verhältnis von Nähe und Distanz.

Um seine „Mitarbeiter“ und interessierte Vereinsvertreter für dieses Thema zu sensibilisieren hat der Vorsitzende des NFV Kreises Nordharz Rüdiger Nowak sofort reagiert und geschulte Experten des Niedersächsischen Fußball Verbandes (NFV) am Dienstag, dem 12. Mai 2026 ins Dorfgemeinschaftshaus Ohrum (Kreis Wolfenbüttel) eingeladen, um knapp 60 Funktionären, Trainern, Schiedsrichtern und Vereinsvertretern dieses sensible Thema näher zu bringen.

So zog sich das Motto „Aktiv gegen Missbrauch – Kinderschutz im NFV“ durch den gesamten Abend, den die beiden Referenten des NFV Thomas Hellmich (Göttingen) und Sina Leinweber (Gifhorn) sehr informativ gestalteten.

Das Thema sexualisierte Gewalt kann in einem Verein zur traurigen Realität werden. Für die betroffenen Kinder ist dies meistens eine persönliche Katastrophe, sie werden oft für ihr Leben traumatisiert. Aus dem wundervollen Hobby Fußball kann so schnell böser Ernst, aus dem Traum „Fußballprofi“ schnell ein Albtraum werden. Niemand geht aus so einem Vorfall unbeschädigt heraus, auch nicht der Verein. Für den Verein steht nicht nur seine Vertrauenswürdigkeit, sondern auch seine Existenz auf dem Spiel. Im Verlauf der Arbeitstagung erarbeiteten Hellmich und Leinweber gemeinsam mit den Anwesenden im Verlauf des Workshops teils in Gruppenarbeit, teils in interaktiven Gesprächen und Diskussionen Ansätze für Lösungsmöglichkeiten zu den Themen Kinderschutz im Fußball, den Verein gut aufstellen, Täterprofile und typisches Täterverhalten, Formen sexualisierter Gewalt, Management im Krisenfall, Hilfe und Hilfestellung sowie den Umgang mit unbequemen Fragen.

Nach mehr als drei Stunden bedankte sich der Vorsitzende Rüdiger Nowak unter lautem Beifall bei den beiden Referenten für ihren Einsatz mit jeweils einem kleinen Präsent und hoffte, dass durch diese neuen Informationen alle Anwesenden ein wenig sensibilisiert werden konnten, um derartige Dinge bereits im Vorfeld zu erkennen und dagegen vorgehen zu können.


Autor: Hans-Heinrich Brandes