Lachnit und Irkan neue Konfliktlotsen

Diskriminierung im Leben als aktiver Jugendspieler und Herrenfußballer hat Özcan Irkan selbst erlebt. Um dem Missstand entgegen zusteuern, hat er sich für die Teilnahme am Lehrgang „Geballt gegen Diskriminierung und Gewalt“ des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV)entschieden. Die Ausbildung als Konfliktlotse für Amateurvereine im NFV Kreis Nordharz hat er nun abgeschlossen.

Der Diplom-Jurist sieht in dem gemeinsamen Pilotprojekt des Landessportbund und des NFV einen guten Ansatz im Sport zur Deeskalation beizutragen. Den Anstoß zur Teilnahme an dem Lehrgang erhielt der 48jährige Deutsche mit Migrationshintergrund auf dem Kreistag des Kreises- Nordharz in der Sparkassen-Arena in Goslar durch den Präsidenten des NFV, Günter Distelrath. Der Fußballchef warb für die Mitarbeit in der Anlaufstelle für Gewalt- und Diskriminierungsfälle im Verband als regionaler Konfliktlotse. Den Aufruf des DFB-Vizepräsidenten hat der zuvor in das Sportgericht gewählte Funktionär des KSV Vahdet Salzgitter verinnerlicht.

An zwei Wochenenden haben sich mit Jan Lachnit (SV Neiletal) aus dem Schiedsrichter- Lehrausschuss des Kreises Nordharz, sowie zwölf weitere Teilnehmer aus Niedersachsen dem Thema an der Sportschule in Barsinghausen gestellt.

Dem ehemaligen Torjäger der A-Junioren des SV Sportfreunde Salzgitter geht es nicht um die Fälle, die wegen Unsportlichkeiten oder Diskriminierungen vor den Sportgerichten verhandelt werden. Einer Austragung der Ungereimtheiten über Facebook ist schon im Vorfeld die Spitze zu nehmen.

Ein freiwilliges Gespräch mit den beteiligten Mannschaften oder vereinen ist der ideale Fall, Konflikte schon im Vorfeld einer möglichen Verhandlung durch die Sportgerichtsbarkeiten zu entschärfen. Beim Fußball ist Rückspiel an der Tagesordnung. Ich sehe meine Aufgabe darin, die beteiligten Vereine wieder zusammenzubringen“, erklärte Irkan.

Seine eigene Leitlinie hat der ehemalige Vollblutstürmer schon festgelegt: „Ich habe rassistische Äußerungen gegen meine Person erfahren. Aber ich weiß, dass Menschen mit Migrationshintergrund sich ebenso diskriminierend und rassistisch verhalten. Ich bin persönlich gegen jede Form von Rassismus – dabei spielt es keine Rolle, welche Nationalität und Hautfarbe der Mensch hat. Diskriminierung, Rassismus und Gewalt muss entgegengewirkt werden. Bei Vorfällen kann ich nicht wegschauen. Der Fußball soll immer Vordergrund stehen und verbinden.“

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