Auf Ballhöhe: Schiedsrichterobmann Daniel Masterson

Mit nur 34 Jahren steht Daniel Masterson aus Salzgitter-Bad an der Spitze des Schiedsrichterausschusses des NFV (Niedersächsischer Fußball Verband) Kreises Nordharz.

Der Ur-Salzgitteraner, den alle nur „Jimmy“ rufen, begann seine sportliche Karriere beim SV Union Salzgitter und durchlief hier alle Juniorenmannschaften bis zu den B-Junioren. Nach einem kleinen Abstecher zu den Herren des TSV Ohlendorf, wo ein Großteil seiner Freunde spielten, kehrte er jedoch nach zwei Jahren zurück zum SV Union, wo er noch zwei weitere Jahre die 2. Herrenmannschaft in der Kreisklasse unterstützte.

„Nach der zweiten Roten Karte wollte ich es besser machen und mal selber pfeifen“

Noch während dieser Zeit beschloss Masterson jedoch die Schiedsrichterausbildung zu absolvieren, nachdem er innerhalb einer Halbserie gleich zweimal die Rote Karte „völlig unberechtigt“, wie er schmunzelnd hinzufügt, gezeigt bekam und mehr als unzufrieden mit der damaligen Schiedsrichterleistung war. Zusätzlich zwangen ihn mehrere Kapselanrisse im Knie zur Beendigung seiner aktiven Fußballerkarriere.

„So konnte ich vor fast genau zehn Jahren, also am 18. Februar 2012, im damaligen Fußball-Nachbarkreis Wolfenbüttel in den Räumlichkeiten des ESV Wolfenbüttel meinen Schiedsrichteranwärterlehrgang erfolgreich abschließen. An Günter Hohensee, Jürgen Bitter und Julian Lüddecke als Referenten erinnere ich mich noch sehr gut“, fügt der Vater einer 3-jährigen Tochter an.

„Meine erste Begegnung war auch gleich ein Herrenspiel der 1. Kreisklasse zwischen dem SSV Sehlde und dem FC 45 Salzgitter, zu dem mich der damalige Kreisschiedsrichterobmann (KSO) Joachim Ren begleitete. Nach der Begegnung zeigte mir Joachim ein Video, welches er mit seinem Handy gemacht hatte, in dem er mir mein viel zu leises Pfeifen präsentierte und gleichzeitig erhielt ich von ihm meine erste Verwarnung, denn ich hatte beim Umkleiden vor dem Spiel meine Fußballschuhe auf dem Tisch in der Kabine abgestellt“.

Nach zahlreichen guten Leistungen und Bewertungen als Schiedsrichter begleitete Daniel Masterson zusätzlich Lars Lohmann als Assistent auf Bezirksebene, bis er zum Saisonbeginn 2014 als Referee selbst in den Bezirk aufstieg.
„Bis 2018 begleitete ich ohne offizielle Funktion im Schiedsrichterausschuss den KSO des 2012 gegründeten NFV Kreis Nordharz Joachim Ren, indem ich ihm administrativ und organisatorisch zuarbeitete“, fügt der gelernte Kaufmann und heutige Fachkraft für Arbeitssicherheit an.

Auf dem Kreistag im Jahr 2018 wurde Daniel Masterson als Beisitzer in den Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) gewählt und wurde mit der Leitung des Beobachtungswesens betraut. Nebenher fungierte er beispielsweise auch als Referent bei Schulungen und Anwärterlehrgängen.
Parallel besuchte Masterson diverse Lehrgänge und Fortbildungseinheiten im Junioren-Hallenfußball (Futsal), wo er anschließend gemeinsam mit Nico Stolzen Begegnungen und Turniere bis zur Verbandsebene leitete.

Zu seinen Glücksmomenten befragt gibt Masterson zügig an, dass er vermutlich einfach Glück gehabt habe, denn er habe mit Gewalt auf dem Spielfeld, die das Normalmaß überstieg, keine Erfahrungen machen müssen. Trotzdem seien die steigende Anzahl an Ereignissen und die Qualität der Aktionen, von denen man im Austausch innerhalb der SR-Gemeinschaft erfährt, besorgniserregend, so Masterson. Ich hoffe hier insgesamt wieder auf mehr Miteinander und Zusammenhalt auch über sportliche Grenzen hinaus.

Etwas wehmütig schildert Daniel Masterson anschließend, dass es ihm eine riesige Zufriedenheit und Erfüllung gegeben habe junge Nachwuchsschiedsrichter beim Erwachsenwerden zu begleiten und daran teilnehmen zu können. „Ich denke hierbei insbesondere an z.B. Peter Oemus und Lukas Homann. Auch Kilian Przondziono, der heute bereits in der Landesliga seinen Mann steht, gehörte zu diesen Jahrgängen – Neben vielen weiteren Namen“, so Masterson weiter. „Mittlerweile eine Vielzahl an zunächst sehr jungen Menschen, die mittlerweile voll im Leben stehen und denen das Schiedsrichterwesen sehr dabei geholfen hat, sich als Menschen weiterzuentwickeln und entsprechende Fähigkeiten aus dem Sport für das weitere (Berufs-)Leben zu nutzen.“

Mit der Wahl zum Kreisschiedsrichterobmann am 10. September 2021 auf dem Kreistag in Goslar hat sich das Aufgabenfeld Mastersons erneut verändert.

„Auf der konstituierenden Sitzung meines Ausschusses habe ich den anwesenden Beisitzern, Beauftragten und Gästen meine Strategie vorgestellt. Diese beinhaltet:

  • Den Zusammenhalt der Schiedsrichtergemeinschaft (Jung und Alt) stärken,
  • (Nachhaltige) Nachwuchsgewinnung,
  • Talentförderung“.

„Sehr glücklich bin ich über Insgesamt 17 neue Schiedsrichter, welche wir jüngst durch einen selbst durchgeführten (Okt/Nov 21) sowie einen kreisübergreifenden Anwärterlehrgang (Jan22) in Braunschweig gewinnen konnten. Wir wollen Synergien nutzen und dabei sind gute Kontakte zu anderen (Schiedsrichter)-ausschüssen sehr wichtig“, fügt Masterson an.

In diesem Zusammenhang wies der KSO auf den nächsten Schiedsrichter-Anwärterlehrgang des NFV Kreises Nordharz hin, welcher am 28. März 2022 beginnen wird. Dieser Lehrgang wird erstmals von der „OSS-App“ (Online-Schiedsrichter-Schule) begleitet und soll das selbständige, flexible und mobile Lernen der Anwärter ermöglichen. Zusätzlich wurde auf der NFV Nordharz Homepage eine Möglichkeit zur direkten digitalen Anmeldung eingerichtet.

Den Echtbetrieb innerhalb des Kreisschiedsrichterausschusses konnte Masterson wegen der Pandemie leider noch nicht testen, beschrieb das Klima der Zusammenarbeit im Team jedoch aktuell als harmonisch. „Sämtliche Mitglieder freuen sich wieder auf den Regelbetrieb und das „normale“ Leben“.

„Insgesamt kann ich mitteilen, dass ich sehr stolz auf die teilweise über Jahrzehnte im Schiedsrichterausschuss verwurzelten Funktionäre wie z.B. Thomas Krauel, Frank Haarnagel und Andreas Beer und deren damit verbundenen Erfahrungen bin. Aber auch auf unsere jungen hochmotivierten Neufunktionäre bin ich stolz. Ihre Ideen und Motivation gilt es mit den Erfahrungen der Alteingesessenen zu verknüpfen, um das maximale Potential für das Schiedsrichterwesen im Kreis Nordharz abzurufen.
Gleiches trifft auf das Ansetzerteam um Bernd Felis, Jürgen Nitz und Michael Wehling mit ihren unzähligen Jahren an Erfahrung zu. Auf alle kann ich mich absolut verlassen, die gute Mischung macht es halt. „Seit fast zwei Jahren ist der direkte persönliche Austausch aufgrund der Pandemie sehr eingeschränkt. Mein derzeit größter Wunsch ist es daher so schnell wie möglich zum Normalbetrieb zurückkehren zu können und der SR-Gemeinschaft das Atmen zu ermöglichen – Denn diese lebt insbesondere vom persönlichen Austausch Aug‘ in Aug‘ “, endet der Nordharzer KSO.

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